Odermennig (Agrimonia eupatoria)
Die singende Leberklette
Blühfarbe: Gelb
Essbar: Ja
Winterhart: Bedingt: bis -17 Grad/Klimazone 7
Traditionelle Heilpflanze: Ja
Heimisch: Ja
Der Odermennig ist eine mehrjährige Pflanze, die in Europa und Asien verbreitet ist. Wir unterscheiden zwischen dem Kleinen Odermennig und dem Großen. Der Hauptunterschied liegt in ihrer Größe und den Wachstumsbedingungen. Der kleine Ormenning erreicht in der Regel eine Höhe von etwa 30 cm und ist ideal für kleinere Gärten oder als Bodendecker. Im Gegensatz dazu kann der große Odermenning bis zu 1 Meter hoch wachsen und benötigt mehr Platz, um sich auszubreiten. Beide Varianten sind jedoch pflegeleicht und tragen zur Verschönerung und Artenvielfalt im Garten bei.
Wir begegnen der gelb blühenden Pflanze, die ein wenig an eine zierliche Version der Königskerze erinnert, an sonnigen Standorten mit gut durchlässigem Boden, oft in trockenen Wiesen oder an lichten Wegrändern.
Die aufrechten, behaarten Stängel tragen graugrüne, oval geformte Blätter, welche beim Zerreiben einen charakteristischen, würzigen Duft verströmen.
Die Pfahlwurzel kann bis zu einem Meter in den Boden eindringen, was der Pflanze Stabilität verleiht und ihr hilft, Wasser und Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zu erreichen. Dieses ausgeprägte Wurzelsystem ermöglicht es dem Sängerkraut, in unterschiedlichen Bodenverhältnissen zu gedeihen und sich an verschiedene Standortbedingungen anzupassen. Zudem spielt es eine wichtige Rolle bei der Erosionskontrolle, indem es den Boden bindet und die Umgebung stabilisiert.
Die Ernte erfolgt in der Regel während der Blütezeit, wenn die Blütenstände voll entwickelt sind und die ätherischen Öle am stärksten konzentriert sind In der Natur zieht der Odermennig verschiedene Insekten an, darunter Bienen und Schmetterlinge, die als Bestäuber fungieren. Beliebte Nachbarn im Garten sind andere Kräuter wie Thymian und Salbei die ähnliche Standortansprüche haben und gut miteinander harmonieren.
Insekten wie Bienen, Schmetterlinge, Käfer und erschiedene Fliegenarten ernähren sich von den nektarreichen Blüten. Außerdem fressen einige Vogelarten die jungen Blätter und Samen der Pflanze. Auch kleine Säugetiere, wie Kaninchen und Mäuse, nutzen das Sängerkraut als Nahrungsquelle, insbesondere während der Vegetationsperiode, wenn die Pflanze frisch und saftig ist. Diese Interaktionen tragen zur Biodiversität im Ökosystem bei und unterstützen die Nahrungskette.
Der Name „Sängerkraut“ leitet sich von der Verwendung der Pflanze in der Volksmedizin ab. Hier nutzt man seine beruhigenden Eigenschaften zum Lindern von Halsschmerzen oder gereizten Stimmbändern. Viele Sänger und Sprecher nutzen Agrimonia um ihre Stimme zu klären und zu stärken. Zudem wird der Odermennig traditionell zur Unterstützung der Atemwege, bei Erkältungen, Husten und Magenbeschwerden eingesetzt.
Ein interessanter Mythos über den Odermennig besagt, dass die Pflanze einst von den Göttern als Schutzmittel gegen böse Geister und Krankheiten gesegnet wurde. Man glaubte, dass das Tragen eines Odermennig-Zweigs am Körper die Menschen vor Unheil bewahrt und ihre Gesundheit stärkt. In alten Zeiten wurden die Blätter oft in Hausräumen platziert, um negative Energien abzuwehren und eine harmonische Atmosphäre zu schaffen. Dieser Glauben spiegelt die enge Verbindung der Menschen zur Natur und Wertschätzung der heilenden Kräfte von Pflanzen wider.
Andere Bezeichnungen: Leberklette, Sängerkraut, Wohlriechender Odermennig, Kleiner Odermennig
Pflanzenart: Staude
Blühzeit: Juni-August
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Höhe: 30- 100 cm
Pollenwert: + + + +
Nektarwert: + + + +
Wildbienen: 38
Raupen: 1
Käfer: 1
Schwebfliegen: 1
